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Kreuz am Kalvarienberg

Kreuz und Gedenkstätte Kalvarienberg

Die Explosionskatastrophe am 15.7.1949
Am Kalvarienberg wurden in der Westwallzeit (1938) zwei Stollen in das Innere des Berges getrieben, die an zwei Stellen miteinander verbunden waren. Am rechten Aufgang zum Berg befand sich ein Westwallbunker, von dem man über 44 Stufen in die Stollengänge hinein kam.
Die französische Besatzung, die im Juli 1945 die Verwaltung der Amerikaner übernommen hatte, füllte in den nächsten Jahren dieses Stollensystem im Berg mit Bomben, Minen, Granaten und anderem Sprengstoff. Aus noch ungeklärter Ursache geriet ein Stollen in Brand. Gegen 19 Uhr ertönt die Brandglocke und warnt vor einer drohenden Explosion in den Munitionsstollen des Kalvarienberges. Hier lagert die französische Besatzungsmacht Sprengstoff für Sprengungen am Westwall. Gendarmerie und Feuerwehr versuchen, die Stadt zu räumen, was auch zum Großteil gelingt. Kurz vor halb neun erschüttern dann zwei Explosionen den Kalvarienberg: Etwa 500 Tonnen Sprengstoff reißen einen gewaltigen “Krater“ und schleudern eine viertel Million Kubikmeter Gestein in Richtung Stadt.
Es entstand ein Krater von 190 m Länge, 90 m Breite und 26 m Tiefe im Mittel. Die Länge der Sohle 100 m, die Breite 30 m. Das Ausmaß der Explosion belegen nachfolgende Daten: 250.000 cbm Schuttmassen wurden in die Luft geschleudert und 96 ha Wiesen und Acker wurden lückenlos von den Schuttmassen bedeckt. Das am Kalvarienberg liegende Wohngebiet der Stadt wurde ebenfalls völlig zerstört.
Sprengstücke flogen bis zu 2 km weit. Feiner Staub ging im 20 km entfernten Gerolstein nieder. Die Erdbebenwarte in Stuttgart registrierte die Explosion. Die Detonation wurde in Trier und Koblenz gehört. 12 Tote und viele Verletzte waren zu beklagen, 76 Hauser völlig zerstört, 19 Häuser schwer beschädigt, 47 Häuser mittelschwer beschädigt und 45 Häuser leicht beschädigt. 200 Familien wurden obdachlos.

Das hohe Basaltkreuz
Zur Erinnerung an die Explosionskatastrophe am 15.07.1949 wurde ein 7 Meter hohes Basaltkreuz von Johann Baptist Lenz aus Oberkail am oberen Kraterrand aufgestellt.
Die Inschrift am Sockel mahnt die Menschen: „Diene der Versöhnung und dem Frieden."

 

Adresse

Franz-Meyer-Weg (am Kalvarienberg)
54595 Prüm