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Eierlage in Schönecken

Ostermontag in Schönecken: Tausende säumen die Straßen des Eifelorts, wenn sich „Raffer“ und „Läufer“ in ihren strahlend weißen Pagenkostümen einen spannenden Wettkampf liefern.

Denn am Ostermontag treten traditionell zwei Schönecker Junggesellen zur „Eierlage“ an – ein Brauch, der seit Jahrhunderten nahezu unverändert im Burgflecken ausgeübt wird. Ausrichter des Wettlaufs ist die Schönecker Junggesellen-Sodalität. Und es ist für jeden eine große Ehre, bei diesem Ereignis einmal dabei sein zu dürfen.

Und das geschieht am Ostermontag: Der „Raffer“ sammelt im Höchsttempo 104 Eier auf (sie liegen im Abstand von einer Elle, also 62,5 Zentimeter) und bringt sie zum Vereinshaus der Junggesellen, um sie dort in einem Korb abzulegen. Sein Gegner, der Läufer, rennt derweil in den Nachbarort Seiwerath und wieder zurück.

Der Raffer muss die Eier einzeln auflesen, dabei beträgt sein längster Weg rund 65 Meter. Am Ende des Wettkampfes hat er 6,9 Kilometer zurückgelegt – vorausgesetzt, der Läufer ist nicht vorher schon zurück. Liegt der Raffer vorn, muss er das letzte Ei nicht mehr zum Korb bringen, er wirft es dann triumphierend in die Luft.

Der Läufer hat indessen eine Strecke von rund 7,6 Kilometer und einen Höhenunterschied von 122 Meter zu bewältigen. In Seiwerath wird ihm seine Anwesenheit mit einer Notiz bestätigt. Auf seinem Rückweg kommt er am sogenannten „Kemel“ vorbei, dort ist er erstmals wieder von Schönecken aus zu sehen. Mit einem Böllerschuss wird er angekündigt – was die Spannung natürlich steigen lässt.

Der Ursprung dieses sportlich-fairen Brauchs liegt im Mittelalter. Einer Sage nach stritten damals die Herren der Burg Schönecken darum, welcher ihrer Läufer der schnellste sei und ließen sich zur Klärung diesen Wettstreit einfallen. Wer heute an der Eierlage teilnehmen darf, wird eine Woche vorher nach festgelegtem Modus von der Sodalität in einer Versteigerung entschieden.

Die Teilnehmer müssen anschließend die Eier auftreiben, indem sie durch das Dorf sammeln gehen. Dem Wettlauf geht außerdem ein Umzug der Junggesellensodalität voraus, bei dem Raffer und Läufer den Bürgern präsentiert werden.

Nach der Entscheidung im Wettkampf feiert das Dorf mit Musik und Tanz, und am Dienstag nach Ostern werden die Eier von den Soldaten feierlich verzehrt.